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31.05.2012

Erich-Fried-Preis 2012 an Nico Bleutge

Der mit 15.000 Euro dotierte Erich-Fried-Preis geht heuer an den deutschen Dichter Nico Bleutge; ausgewählt wurde er von dem alleinigen Juror, dem Autor Lutz Seiler. Die Preisverleihung findet am 25. November im Literaturhaus Wien statt.

„Bleutges Gedichte befreien die Natur im Gedicht von den üblichen metaphorischen Rahmungen; mit einem sanften, fein rhythmisierten Sprechen, das sich vom Schauen und Hören leiten lässt, erreicht er eine besondere, vollkommen eigene Bildqualität. Ich sehe in Bleutges Werk einen vielversprechenden Ansatz für die Erneuerung des sogenannten Naturgedichts; allerdings ist der Begriff ohnehin unbrauchbar, also besser: für die Erneuerung von Natur-Wahrnehmung in der Sprache des Gedichts. Seine Gedichte öffnen dem Leser die Sinne, sie lassen ihn teilnehmen
am Schauen und Lauschen“, begründet Lutz Seiler seine Wahl.

Der Dichter
Nico Bleutge arbeitet als Lyriker, Essayist, Librettist und Literaturkritiker. Seine Gedichte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2009 wurde in der ORF-Reihe Literatur als Radiokunst das Stück wasser. steine gesendet. 2012 wurde auf der Biennale in München die Oper Wasser uraufgeführt, zu der er das Libretto verfasst hat. Sein dritter Gedichtband erscheint im Frühjahr 2013 bei C.H. Beck. Nico Bleutge lebt in Berlin.

Der Preis
Der Erich-Fried-Preis wird seit 1990 durch die Internationale Erich-Fried-Gesellschaft für Literatur und Sprache vergeben. Gestiftet wird die Auszeichnung vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur. Für die Auswahl sind jährlich wechselnde, autonom entscheidende AutorenkollegInnen verantwortlich. Bisher wurden unter anderen Christoph Hein, Robert Schindel, Paul Nizon, Gert Jonke, Oskar Pastior, Robert Menasse, Marcel Beyer, Peter Waterhouse, Alois Hotschnig, Esther Dischereit, Terézia Mora und zuletzt Thomas Stangl ausgezeichnet.

Foto: Anna Weise
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