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16.07.2012Breite Produktpalette
Nikolaus
Pongracz, Geschäftsführer im
Verlag Hölder-Pichler-Tempsky, informiert im Interview mit Silke Rabus über
aktuelle Trends in der Sparte Schulbuch.Welche Trends beobachten Sie in der Sparte Schulbuch in Österreich, wie schlagen sich neue Formen des Lernens im Schulbuch nieder? Die Sparte Schulbuch kann nie losgelöst von den Bedingungen und Strömungen des heimischen Schulsystems betrachtet werden. Im österreichischen Bildungssystem vollzieht sich gerade ein Paradigmenwechsel. Der Fokus bewegt sich zusehends weg von der reinen Wissensvermittlung hin zu einer auf den Erwerb von Kompetenzen zielenden Ausrichtung. Dieser fundamentale Wechsel hat tiefgreifende Auswirkungen, sowohl auf die Unterrichtsgestaltung als auch auf die Bewertung der Leistungen der Schülerinnen und Schüler. Solche Umbruchphasen verursachen immer Verunsicherung und teilweise auch Ängste bei Lehrern, Schülern und Eltern. Vor allem, wenn die ersten Schülerinnen und Schüler bereits im Schuljahr 2013/14 zu einer standardisierten, kompetenzorientierten Reifeprüfung antreten sollen. Wohin geht der Trend speziell bei hpt? Da die Bedürfnisse und Wünsche unserer Kundinnen und Kunden die Basis unseres Schaffens darstellen, arbeiten wir mit vollstem Engagement daran, Lehrende und Lernende auf diesem sehr herausfordernden Weg bestmöglich zu unterstützen. Dies geschieht vor allem durch Neuentwicklung von Produkten, sowohl in digitaler als auch in gedruckter Form, die diesen Anforderungen gerecht werden. Welchen Herausforderungen müssen sich Schulbuchverlage speziell in Österreich derzeit stellen? Das Hauptproblem ist das Tempo, mit welchem diese Bildungsreformen umgesetzt werden. Die Entwicklung eines neuen Lehrwerks dauert im Schnitt drei Jahre. Allein zwischen der Zulassungseinreichung beim Bundesministerium für Unterricht und Kunst und jenem Zeitpunkt, an welchem das Werk zu Schulbeginn zum Einsatz kommt, verstreichen zwei Jahre. Ein kurzfristiges Reagieren auf sich immer schneller ändernde Anforderungen ist somit kaum möglich. Wohin geht die Entwicklung im digitalen Bereich und was bieten Sie auf diesem Sektor an? Zum jetzigen Zeitpunkt werden hauptsächlich digitale Unterrichtsmaterialien nachgefragt, die begleitend zum Buch eingesetzt werden können. In diesem Bereich haben wir eine breite Produktpalette. Die Anfragen nach digitalen Schulbüchern halten sich in Grenzen. Für die Zukunft: Die Entwicklung hin zu einem digitalen und interaktiven Schulbuch zeichnet sich zwar ab, wie lange es jedoch dauern wird, bis sich ausschließlich digital angebotene Medien durchsetzen, ist schwer abschätzbar. Die zukünftige Entwicklung der österreichischen Schulbuchaktion wird in diesem Zusammenhang wohl eine bedeutende Rolle spielen. Foto: Verlag-Hölder-Pichler-Tempsky |

