Hauptverband des Österreichischen Buchhandels

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16.07.2012

Am Puls der Zeit

Iris Blatterer, Geschäftsführerin im Verlag Jugend & Volk, erklärt im Interview mit Silke Rabus, welchen Herausforderungen sich österreichische Schulbuchverlage derzeit stellen müssen.

Welche Entwicklungen beobachten Sie in der Sparte Schulbuch, wie schlagen sich neue Formen des Lernens im Schulbuch nieder?
Unsere Sparte ist stark geprägt von den Zielen und Strömungen der Bildungslandschaft in Österreich. Wir sind den Vorgaben des Unterrichtsministeriums verpflichtet und passen hier unser Angebot immer entsprechend den Neuerungen an beziehungsweise adaptieren es. Damit schlagen sich automatisch die neuen Formen des Lernens im Schulbuch nieder.

Wohin geht der Trend im Verlag Jugend & Volk?
Jugend & Volk ist aus der Reformpädagogik heraus im Jahr 1921 entstanden. Durch diese  Herkunft fühlen wir uns verpflichtet, immer am Puls der Zeit zu sein und die Anforderungen des Bildungswesens mit modernen Mitteln zu erfüllen. Mit unseren ambitionierten Autorinnen und Autoren, die mitten in den Entwicklungen des Unterrichtswesens in Österreich stecken, sind wir damit bestens ausgerüstet.

Welchen Herausforderungen müssen sich Schulbuchverlage in Österreich gegenwärtig stellen?
Derzeit finden in allen Bereichen des Schulwesens Veränderungen statt.  Das verlangt intensive Aufmerksamkeit für alle Schultypen und bindet alle unsere Ressourcen. Im Moment müssen wir – und Jugend & Volk erlebt das besonders, weil wir als einer der wenigen Anbieter in allen Schultypen unterwegs sind – in allen Bereichen sehr fokussiert unterwegs sein.

Wohin geht die Entwicklung im digitalen Bereich und was bieten Sie auf diesem Sektor an?
J&V ist ein innovativer Verlag, der sich gerne mehr auf diesem Gebiet engagieren würde – wir waren auch dabei, als das für Europa damals sehr fortschrittliche System „SbX – Schulbuch Extra“ eingeführt wurde, haben einige Pilotprojekte mit Schulen durchgeführt und bieten immer etliches im digitalen Bereich an. Allerdings gibt es hier noch ein Ungleichgewicht zwischen der Bereitschaft, für Digitales zu zahlen und dem Ruf nach digitalem Angebot. Die Infrastruktur der Schulen spielt sicherlich auch noch eine entscheidende Rolle. Ein flächendeckendes Angebot zu schaffen, stellt eine gewisse Herausforderung dar.

Foto: Rafaela Pröll
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