Hauptverband des Österreichischen Buchhandels

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12.06.2012

„Eine schmerzliche Sparmaßnahme“

Der Messeteil der BuchBasel muss aus finanziellen Gründen aufgegeben werden, hieß es am 12. Juni in einer Pressemitteilung der LiteraturBasel. Das Buch- und Literaturfestival sowie der Schweizer Buchpreis bleiben erhalten.

Der Verein LiteraturBasel trägt seit dem 1. Januar 2009 das Literaturhaus Basel und die BuchBasel. Die BuchBasel umfasste eine Buchmesse, ein internationales Buch- und Literaturfestival und den Schweizer Buchpreis, der seit 2008 zusammen mit dem Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband verliehen wird.

Die BuchBasel initiierte Matthyas Jenny und leitete sie in den Jahren 2003 bis 2006. Nach dem Rückzug der Messe Schweiz stand Egon Ammann 2007 bis 2009 der BuchBasel vor, seit 2010 ist Felix Werner ihr Leiter. 2009 fusionierten die Trägervereine der BuchBasel und des Literaturhauses. Die BuchBasel findet seit 2010 wieder in der Messe Schweiz statt. Sie hat sich zwar steigender Besucher- und Ausstellerzahlen erfreut, ist aber immer noch zu klein. Namentlich die großen Publikumsverlage sind untervertreten. 

Existenzgefährdende Situation
LiteraturBasel hat 2010 erhebliche Summen in den Wiederaufbau und in den Ausbau der BuchBasel investiert. Das Defizit in der Höhe von 153.000 Schweizer Franken sollte in den drei folgenden Jahren durch Steigerung des Ertrags und durch Sparmassnahmen abgebaut werden. Dieses Budgetziel wurde 2011 nicht erreicht; es resultierte ein weiterer Verlust in der Höhe von 26.000 Schweizer Franken. Ausserdem ist die Liquidität des Vereins mit 130.000 Schweizer Franken belastet.

Diese Situation gefährdet die Existenz des Vereins. Mit dem bestehenden Budget von 1,5 Millionen Schweizer Franken können die erbrachten Leistungen von LiteraturBasel nicht erhalten werden; die notwendige Entwicklung des Messeteils der BuchBasel ist nicht möglich. Trotz intensiven Bemühungen ist es nicht gelungen, nachhaltig zusätzliche Beiträge in jener Höhe zu akquirieren, die die Weiterentwicklung aller Leistungen von LiteraturBasel erlauben.

Nach Rücksprache mit den wichtigsten Geldgebern hat sich der Vorstand entschieden, den kommerziell ausgerichteten Messeteil der BuchBasel bereitsheuer schon aufzugeben. Die Verlagsbranche befindet sich in einer angespannten wirtschaftlichen Situation. Dies hindert viele Verlage, an Messen ausserhalb von Frankfurt und Leipzig teilzunehmen. Ein Wachstum der Messe, namentlich die Akquise bedeutender Verlage, würde deshalb zusätzliche Investitionen erfordern. Diese Mittel konnten und können nicht beigebracht werden. Der Verzicht auf die Buchmesse ist eine schmerzliche Sparmaßnahme, die der Vorstand sehr bedauert.  

LiteraturBasel setzt ab sofort auf Vermittlung von Literatur
Mit diesem Verzicht setzt LiteraturBasel ganz auf die Vermittlung von Literatur und die Begegnung mit AutorInnen. Diese Konzentration zusammen mit einem zusätzlichen einmaligen Sanierungsbeitrag der Christoph-Merian-Stiftung von 300.000 Schweizer Franken erlaubt den Erhalt des Literaturhauses und des Literaturfestivals sowie deren Weiterentwicklung.

Das Literaturfestival BuchBasel mit der Verleihung des Schweizer Buchpreises findet wie angekündigt vom 9. bis 11. November 2012 statt. 

Felix Werner, Leiter der BuchBasel, verlässt LiteraturBasel. Katrin Eckert übernimmt nebst der Intendanz des Literaturhauses auch die Leitung des Literaturfestivals BuchBasel und interimistisch die Geschäftsführung des Schweizer Buchpreises.
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