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20.08.2012Fünf Jahre BUCH WIEN
Mit der BUCH WIEN 12 Internationale Buchmesse (22. bis
25. November) und Lesefestwoche (19. bis 25. November) veranstaltet der
Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) zum bereits fünften Mal das
größte Buch-Event Österreichs. Anlässlich dieses ersten kleinen Jubiläums gibt
HVB-Geschäftsführerin Inge Kralupper einen Einblick in die
Entwicklung, Positionierung und die Zukunftspläne der Messe und Lesefestwoche.2008 ist mit der BUCH WIEN das größte Buch-Event Österreichs an den Start gegangen. Wie hat sich die Messe und Lesefestwoche seither entwickelt? Können Sie kurz Bilanz ziehen? Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung der BUCH WIEN. Mit dem Schritt von der Buchwoche zur BUCH WIEN wollten wir Österreichs größtes Lese-Event mit umfassender medialer Wirkung zu realisieren. Es ist uns mittlerweile gelungen, der BUCH WIEN ein eigenes Profil zu geben. Die wichtigsten Erfolgsparameter, nämlich die Anzahl der BesucherInnen sowie die Anzahl der ausstellenden Verlage, konnten wir von Jahr zu Jahr steigern. Flächenmäßig sind wir in den fünf Jahren um mehr als 20 Prozent gewachsen. Dennoch muss man festhalten, dass die BUCH WIEN – so wie viele große Kulturveranstaltungen – sich immer wieder mit Herausforderungen im Finanzierungsbereich konfrontiert sieht. Die Realisierung der Lesefestwoche ist nur dank der finanziellen Unterstützung des BMUKK und der Stadt Wien, der Literar Mechana, der Wirtschaftskammer Wien sowie einiger engagierter Sponsoren möglich. Das Interesse seitens potenzieller Sponsoren wächst – dies stimmt uns hoffnungsvoll für die Weiterentwicklung der BUCH WIEN; neue Engagements von Unternehmen ergeben sich vor dem Hintergrund der derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklung aber nur in kleinen Schritten. Wie positioniert sich die BUCH WIEN heute im internationalen Buchveranstaltungsgeschehen? Die BUCH WIEN ist – hinsichtlich des Besucherradius – eine österreichische Messe. Wir sind weiter bestrebt – die Erfahrung der vergangenen Jahre bestärkt uns darin –, im Vorweihnachtsgeschäft dem Buchhandel einen zusätzlichen Impuls zu geben. Die Struktur der ausstellenden Unternehmen ist international. Neben den vielen österreichischen Verlagen können wir immer mehr Verlage – natürlich insbesondere aus dem deutschsprachigen Raum – zu einer Teilnahme in Wien überzeugen. Diese Entwicklung wollen wir auch in den nächsten Jahren konsequent vorantreiben. Damit erkämpfte sich die BUCH WIEN einen immer wichtigeren Platz im Kalender überregional relevanter Buch- und Leseevents. Von Beginn an haben Messe und Lesefestwoche es sich zur Aufgabe gemacht, eine Brücke zu den Literaturen Zentral-, Ost- und Südosteuropas zu bauen. Welche Angebote gibt es heuer diesbezüglich für Publikum und FachbesucherInnen? Wien ist natürlich nach wie vor prädestiniert für einen solchen Fokus. Aus der größer werdenden Bandbreite der Präsentation zu diesem Thema möchte ich zwei Neuheiten des heurigen Jahres hervorheben. Erstmals präsentiert sich Slowenien mit einer Ausstellung von Kinderbuchillustrationen. Eine weitere Premiere ist unsere „Donau-Lounge“ – also eine weitere Bühne im Messegeschehen, die auf Initiative des Balassi-Instituts entstanden ist. Gespräche über die Donau als Kulturraum in all seinen Facetten stehen hier im Mittelpunkt. Diese erfreuliche Entwicklung im Bereich Zentral-, Ost- und Südosteuropas wäre ohne die Unterstützung von Annemarie Türk von KulturKontakt Austria, die uns seit der ersten Ausgabe der BUCH WIEN zur Seite steht, undenkbar. Die die Messe begleitenden Seminare für FachbesucherInnen sind in den vergangenen Jahren jeweils sehr gut angenommen worden. Wird das Programm heuer weiter ausgebaut? Welche Fachveranstaltungen wird es heuer für BuchhändlerInnen und Verleger geben? Wir werden unsere „Klassiker“, also etwa für Verlagseinsteiger, beibehalten. Im Bereich des nach wie vor sich dynamisch entwickelnden Felds der Digitalisierung wird es am Stand des Hauptverbands die Möglichkeit geben, Beratungsgespräche mit von uns eingeladenen ExpertInnen zu führen. Ein besonderes Anliegen ist es auch, noch mehr BuchhändlerInnen aus ganz Österreich den Besuch der Messe schmackhaft zu machen: von Jahr zu Jahr reisen mehr EntscheidungsträgerInnen aus deutschen und Schweizer Verlagen an und stehen für Gespräche, etwa zum Frühjahrsprogramm, zur Verfügung. Ich glaube, dass die entspannte Atmosphäre auf der BUCH WIEN ein guter Rahmen dafür wäre. Darüber hinaus wird es heuer verstärkt Vorträge und Networking-Gelegenheiten für PädagogInnen und BibliothekarInnen geben – Besuchergruppen, die in den letzten beiden Jahren immer wichtiger geworden sind. E-Books gehören inzwischen immer selbstverständlicher ins Medienportfolio der ÖsterreicherInnen. Wird diese Entwicklung auch auf der BUCH WIEN sichtbar? Selbstverständlich werden auch die „digitalen lesewelten“ Teil der BUCH WIEN sein. Die wachsende Bedeutung in der Branche wird in den Veranstaltungsangeboten ebenso sichtbar sein wie im Ausstellungsbereich. Ein zentrales Anliegen der BUCH WIEN war seit ihrem Beginn auch die Leseförderung. Gibt es Bestrebungen, noch mehr Veranstaltungen für Schulklassen und Familien anzubieten? Die ersten beiden BUCH WIEN-Vormittage sind natürlich sehr stark nach den Bedürfnissen der Schulklassen konzipiert. Die Buchbranche hat ein vitales Interesse, sich jungen LeserInnen zu präsentieren. Es gibt mittlerweile ein aktives Interesse der Stadt- & Landesschulräte, die Kooperationen noch auszuweiten. PädagogInnen melden sich bei uns, um ihre Projekte rund um die Leseförderung auf der BUCH WIEN anderen Schulen präsentieren zu können. Die BUCH WIEN fungiert als Plattform für zahlreiche institutionalisierte Leseförderungsaktivitäten. Dazu zählen die Büchereien Wien, die mit einem eigenen Bücherbus vertreten sind. Zeitung in der Schule (ZiS) organisiert Workshops auf ihrem Stand zum besseren Medienverständnis, unter anderem ein Speeddating von SchülerInnen mit prominenten JournalistInnen. Beim Stand des Buchklubs der Jugend treffen sich junge LeseforscherInnen zu einem Workshop. Die SpielpädagogInnen der WienXtra-Spielebox informieren über die Umsetzung beliebter Kinder- und Jugendbücher in Spielen. Für Jugendliche wird wieder einiges im Bereich des medialen Crossover angeboten – von Slam Poetry bis hin zu Graphic Novels. Programmdirektor Günter Kaindlstorfer setzt sowohl für den Schulklassen- wie auch für den Familienbesuch auf allen verfügbaren Bühnen entsprechende Akzente. Und natürlich gibt es auch dieses Jahr wieder den „Geschichtenkönig“ und die Fernseh- und Radioikonen Robert Steiner und Rolf Rüdiger als Moderatoren. Dass sich die Messe etabliert hat, zeigen auch die jährlich steigenden Besucherzahlen. Im Vorjahr haben rund 33.000 Literaturbegeisterte die BUCH WIEN besucht. Dieses Jahr sollen es noch mehr werden. Welche Maßnahmen werden denn heuer gesetzt, um noch mehr buchaffine Menschen für einen Messebesuch zu begeistern? Der bisher erfolgreich beschrittene Weg, umfassende Medienkooperationen einzugehen, wird weiter bestritten. Alle bisherigen Partner werden wieder mit an Bord sein, neue werden hinzukommen. Die erfolgreiche Kooperation mit dem Verband der Österreichischen Zeitungen, deren BUCH WIEN-Beilage Beste Seiten unmittelbar vor der BUCH WIEN eine tolle Werbewirkung erzielt, wird auch 2012 fortgesetzt. Wir werden heuer mit unserer Presseverantwortlichen Ingrid Führer Anstrengungen unternehmen, die BUCH WIEN auch in den Medien der Bundesländer außerhalb Wiens besser zu verankern. Einerseits um die Werbewirkung des Programms mit hochkarätigen AutorInnen für den Buchhandel österreichweit verstärkt zu nutzen. Andererseits aber natürlich auch, um BücherliebhaberInnen aus ganz Österreich für die BUCH WIEN zu begeistern. Neben einer verstärkten Regionalisierung der Pressearbeit, wird heuer mit Andreas Breitenstein von der NZZ erstmals ein renommierter Journalist des deutschsprachigen Feuilletons die BUCH WIEN als „Kritiker in Residence“ begleiten. Intensivieren werden wir aber auch unser Network-Marketing. So wird die Kooperation mit den Verbänden, die sich der Zielgruppe 50+ annehmen, verstärkt. Wie in den Vorjahren gibt es eine Reihe von Eintrittskartenaktionen mit Kooperationspartnern aus den Medien und der Wirtschaft. Wo soll die BUCH WIEN in fünf Jahren stehen? Ich wünsche mir, dass die BUCH WIEN als größtes österreichisches Buch- und Lesefestival noch weiter an Bedeutung gewinnt und stetig mehr BesucherInnen anzieht. Die Messe soll mit einer attraktiven Mischung aus bereits etablierten Verlagen und den Inhalten aufstrebender Unternehmen unserer immer heterogener werdenden Branche punkten. Für die BesucherInnen soll es ein zeitgemäßes Event sein, das ein Schlaglicht auf die vielen Aktivitäten und Aktivisten rund um Inhalte wirft, also ein Format, in dem sich unsere Branche als vitaler Teil der Kreativwirtschaft präsentiert. Weitere Informationen finden Sie auf www.buchwien.at. Das detaillierte Kinder- und Jugendprogramm wird am 25. September, das Gesamtprogramm am 22. Oktober 2012 auf www.buchwien.at veröffentlicht. Besuchen Sie die BUCH WIEN auch auf Facebook! Interview: Bettina Führer Foto: Fayer & Co. |

Mit der BUCH WIEN 12 Internationale Buchmesse (22. bis
25. November) und Lesefestwoche (19. bis 25. November) veranstaltet der
Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) zum bereits fünften Mal das
größte Buch-Event Österreichs. Anlässlich dieses ersten kleinen Jubiläums gibt
HVB-Geschäftsführerin Inge Kralupper einen Einblick in die
Entwicklung, Positionierung und die Zukunftspläne der Messe und Lesefestwoche.