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28.08.2012

Österreichische Nationalbibliothek digitalisiert Fugger-Zeitungen

Im virtuellen Zeitungslesesaal der Österreichischen Nationalbibliothek können seit Kurzem Meldungen aus dem 16. Jahrhundert online nachgelesen werden. In Kooperation mit dem Institut für österreichische Geschichtsforschung und mit finanzieller Unterstützung des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) treibt die ÖNB die Digitalisierung und wissenschaftliche Erschließung des einmaligen und geschlossenen Bestandes an Originalzeitungen Zeitungssammlung der Familie Fugger voran. 

Die Fugger-Zeitungen sind Vorläufer von gedruckten Zeitungen, wie sie ab 1605 erschienen. Ihr Name leitet sich ab von Octavian Secundus und Philipp Eduard Fugger, die einer Nebenlinie der Augsburger Kaufmannsfamilie entstammten. Sie sammelten die Zeitungen ihrer Zeit, ließen sie binden und in ihrer Bibliothek verwahren. Durch den Kauf der Fuggerschen Bibliothek kamen die in 27 Bänden zusammengefassten Fugger-Zeitungen im Jahr 1656 in den Besitz der kaiserlichen Hofbibliothek und wurden von Augsburg nach Wien übersiedelt.

Die Zeitungen sind handschriftlich verfasste Berichte aus verschiedenen Absendeorten in Europa, aber auch aus Amerika und Asien. Die meisten stammen aus Rom, Venedig, Antwerpen und Köln, den wichtigen Informationszentren der damaligen Zeit. Sie berichten, ganz ähnlich wie heutige Tageszeitungen, über Politik, Wirtschaft und gesellschaftliche Ereignisse ebenso wie über militärische oder religiöse Konflikte, spektakuläre Verbrechen und kuriose Begebenheiten.

Die fragilen Objekte werden an der Österreichischen Nationalbibliothek mit hoher Auflösung gescannt und derzeit im virtuellen Zeitungslesesaal AustriaN Newspapers Online (ANNO) eingespielt. ForscherInnen, JournalistInnen und Kulturinteressierten wird es damit möglich, einen neuen Blick auf die Welt von gestern und auf einen prägenden Abschnitt in der Geschichte unserer modernen Medien zu werfen.

Foto: ÖNB
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