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13.09.2012Leo-Perutz-Preis für "Das Schwert des Ostens"
Am 12. September wurde in
den Prunkräumen des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels (HVB)
zum dritten Mal der Leo-Perutz-Preis der Stadt Wien für Kriminalliteratur
vergeben. Gemeinderätin Anica Matzka-Dojder und HVB-Präsident Gerald Schantin
überreichten den mit 5.000 Euro dotierten Preis an Manfred Rebhandl für Das Schwert des Ostens (Czernin Verlag).Jury-Sprecher Erwin Riedesser begründete die Wahl: „Manfred Rebhandl bringt einen ganz originären Ton in die Wiener Krimiliteratur. Seine eigenwillige Sprache und der spezielle Duktus manifestieren sich auch in den Figurendarstellungen. Dadurch entsteht ein sehr plastisches und vielschichtiges Wienkolorit. Neben der Krimihandlung hat die Beschreibung des sozialen Umfelds eine mindestens gleichwertige Bedeutung in Rebhandls Roman: Seine Bilder sind überdreht und schrill, doch sind es nur auf den ersten Blick überzeichnet kecke Karikaturen der Personen, denn so manches ist authentisch. Rebhandl spielt souverän mit Vorurteilen und Klischees, mag dabei so manche mit derben Details verschrecken, dennoch: sympathisch provokant. Abwechslungsreiche Handlung, überraschende Wendungen, eine Fülle an ungewöhnlichen Einfällen und das Ganze mit einem furiosen Tempo serviert hat die Jury überzeugt. Und so passt das Buch auf gewisse Weise zum Namensgeber des Preises, Leo Perutz, der mit Sicherheit ein höchst spannender, aber kein typischer Krimiautor war.“ In ihrer Rede zeigte sich auch Gemeinderätin Anica Matzka-Dojder als leidenschaftliche Krimileserin, die dem Sozial- und Lokalkolorit eines Kriminalromans besondere Bedeutung beimisst: "Als Kommunalpolitikerin sehe ich Kriminalliteratur vielleicht aus einem besonderen Gesichtspunkt: Für mich ist das die Art von Literatur, aus der ich am meisten über das wirkliche Leben in einem ganz konkreten sozialen Umfeld erfahre. Wenn ich in fremde Städte fahre, habe ich also immer nicht nur den Reiseführer, sondern auch einen ortbezogenen Krimi dabei. Und in diesem interessiert mich eigentlich weniger, wer der Mörder ist, sondern wie die Menschen miteinander umgehen, wo die gesellschaftlichen Konfliktlinien verlaufen, wie der soziale Zustand ist, der dann vielleicht ein schlimmes Ereignis hervorbringt, wie sich Gewalt in dem speziellen Milieu manifestiert, wie der dort zuständige Staat mit ihr umgeht etc. Wenn es dann noch ein Werk im Stil des heurigen Buchs ist, kommt noch ein Vorteil dazu: man kann ganz viele richtige Dinge hineinschreiben und ganz viele notwendige Überzeichnungen machen, ohne dass es jemandem arg weh tun muss – man weiss ja doch, dass das Ganze nicht wahr, sondern nur eine Kriminalgeschichte ist und weil man nicht gegen die Karikatur argumentieren muss, lernt man wohl auch leichter, darüber nachzudenken, was damit gemeint ist. In diesem Sinn hoffe ich noch auf viele weitere Wiener Krimis." Anlässlich der Verleihung des Preises nahm HVB-Präsident Gerald Schantin auch zur Situation der Kriminalliteratur im Buchhandel Stellung: „Die österreichische Kriminalliteratur ist in den vergangenen Jahrzehnten zu einem wichtigen und umsatzstarken Segment im Buchhandel geworden und erfreut sich großer Beliebtheit, auch am deutschen Markt. Selbst in der derzeit nicht ganz einfachen Marktsituation verzeichnet sie eine relativ stabile Umsatzentwicklung. Wir unterstützen diese Entwicklung mit dem Leo-Perutz-Preis und wollen den Stellenwert unserer heimischen Autorinnen und Autoren betonen.“ Information zu Manfred Rebhandl: Das Schwert des Ostens (Czernin Verlag) Der Inhalt: Superschnüffler Rock Rockenschaub arbeitet nebenberuflich in „Dirty Willis Swedish Pornhouse“ am sündigen Wiener Gürtel. Zusammen mit seinem Kumpel und Vermieter Lemmy, der am Brunnenmarkt seinen Drogengroßvertrieb „Quattro Stazzione“ betreibt, freut er sich auf die Wiederaufnahme des Welterfolges „Jack schleckt auf!“, einem Pornofilm aus den 80er Jahren. Doch als sie beim Pornhouse ankommen, liegt der Inhaber Willi zusammengeschlagen in seinem Büro. Der Autor: Manfred Rebhandl wurde 1966 in Oberösterreich geboren. Seit 1995 ist er als freier Autor von Romanen und Drehbüchern tätig. Im Oktober erscheint der zweite Fall von Rock Rockenschaub unter dem Titel Dürre Beweise ebenfalls bei Czernin. Manfred Rebhandl lebt in Wien. Folgende weitere Titel waren für den Preis nominiert:
Die Jury Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und die Kulturabteilung der Stadt Wien stiften den mit 5.000 Euro dotierten Leo-Perutz-Preis, der jährlich vergeben wird. Damit sollen Krimis ausgezeichnet werden, deren Qualität und literarischer Anspruch an den namensgebenden österreichischen Literaten erinnern. Darüber hinaus sollen die ausgezeichneten Werke möglichst innovativen Charakter haben und einen Wien-Bezug aufweisen. Bisher ausgezeichnete Werke 2011 ging der Preis an Lizl Steins und Georg Koyteks Kriminalroman Der Posamentenhändler (Leykam). 2010 erhielt Stefan Slupetzky den ersten Leo-Perutz-Preis für Lemmings Zorn (Rowohlt). Foto v. l.: HVB-Präsident Gerald Schantin, Autor Manfred Rebhandl, Gemeinderätin Anica Matzka-Dojder/HVB |

Am 12. September wurde in
den Prunkräumen des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels (HVB)
zum dritten Mal der Leo-Perutz-Preis der Stadt Wien für Kriminalliteratur
vergeben. Gemeinderätin Anica Matzka-Dojder und HVB-Präsident Gerald Schantin
überreichten den mit 5.000 Euro dotierten Preis an Manfred Rebhandl für Das Schwert des Ostens (Czernin Verlag).