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15.10.2012

Preis der Hotlist für Droschl

Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis der Hotlist 2012 ging an den Literaturverlag Droschl für den Titel Dunkelheit am Ende des Tunnels von Tor Ulven (im Bild). Der Grazer Verlag konnte sich damit gegen 144 andere Verlage aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, die sich ebenfalls mit ihren Spitzentiteln beworben hatten, durchsetzen.

„An Tor Ulven fasziniert, dass uns hier ein Autor mit hinein in den finstern Tunnel der Depression nimmt, in dem es unbehaglich zu leben ist. Er macht uns das, was vielen bestenfalls in Ansätzen bekannt ist, fühlbar und vielleicht sogar ein wenig nachvollziehbar. Dass er das mit finsterer Konsequenz und zugleich in einer Art tut, die Formbewusstsein und literarische Kraft, ja zuweilen sogar lichte Momente verrät, das beeindruckt. In dieser Prosa steckt eine Kraft, die authentisch wirkt. Ihr fehlt das ,Gemachte’, Konstruierte“, so Beat Mazenauer.

Der 1995 verstorbene Ulven gilt inzwischen als einer der bedeutendsten Dichter der norwegischen Nachkriegsliteratur. Um so erstaunlicher ist es, dass es sich bei dem vorliegenden Erzählband um die erste Ulven-Übersetzung überhaupt in eine andere Sprache handelt. Die Verlegerin des Droschl Verlages, Annette Knoch, dankte daher bei der Preisverleihung auch Droschl-Autor Bernhard Strobel, der den Verlag auf Ulven aufmerksam gemacht hatte, und ihn dann auch übersetzte.

Dunkelheit am Ende des Tunnels ist einer der sieben Titel, den die Jury, bestehend aus Claudia Cosmo, Peter Kolling, Beat Mazenauer, Wiebke Porombka, Daniela Strigl, Guido Ullmann und Norbert Wehr, für die Hotlist bestimmt hat. Die anderen drei Titel wurden per Internetabstimmung auf die Hotlist der zehn besten Bücher von Independent-Verlagen gewählt.

Melusine-Huss-Preis
Der Melusine-Huss-Preis, der seit 2011 von BuchhändlerInnen im Rahmen der Hotlist der unabhängigen Verlage verliehen wird, ging an den Peter Hammer Verlag für die von Henning Wagenbreth übersetzte und illustrierte Ballade Der Pirat und der Apotheker. Der Preis ist mit einem Druckgutschein im Wert von 4.000 Euro für den Verlag dotiert.

Die Hotlist-Preise wurden am 12. Oktober im Frankfurter Literaturhaus verliehen.

Foto: Lars Aarønæs
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