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18.10.2012Gutenberg 3.2: E-Book-Piraterie in Deutschland
Manuel Bonik und Andreas Schaale vom IT-Unternehmen Lisheennageeha Consulting haben
ein Update ihrer Studie zur E-Book-Piraterie in Deutschland veröffentlicht: Anhand
verschiedener Websites und Foren zeigen die Forscher in der Studie Gutenberg
3.2 die Entwicklungen der E-Book-Piraterie der vergangenen anderthalb Jahre
auf. Die Anzahl der Zugriffe auf einen einzelnen Thread einer Community, der „10 000 eBooks und mehr“ anbietet und schon im Zuge von Gutenberg 3.0 untersucht wurde, hat sich in der Zwischenzeit mehr als verdreifacht. Illegale Up- und Downloads von elektronischen Büchern nehmen also immer schneller zu. Die Zahl der Raubkopien, die allein aus diesem Thread bezogen wurden, schätzen die Piraterie-Experten auf 10 bis 30 Millionen, was die Menge der in diesem Zeitraum in Deutschland verkauften E-Books (rund 4,7 Millionen) um ein Vielfaches übertrifft. NutzerInnen suchen gezielt kostenfreie Inhalte Google-Trends-Analysen zum Suchbegriff „ebooks“ zeigen, dass Internet-NutzerInnen gezielt nach kostenfreien E-Books suchen. Die mit Abstand meistgesuchte Begriffskombination lautet „ebooks free“. Die Website Gutenberg.org stellt literarische Werke, deren Copyright erloschen ist, legal zur Verfügung. Dass sie jedoch von viel weniger NutzerInnen als verschiedene Piraterieseiten besucht wird, führt zu dem Schluss, dass die LeserInnen vor allem nach Raubkopien moderner Texte suchen. Wie viele raubkopierte E-Books im Internet kursieren, kann niemand genau sagen. Anhand der größten Piraterieseiten konnten Bonik und Schaale ein unteres Limit von mehr als 1 Million Bücher festlegen. Ihren Schätzungen nach sind es aber 3 bis 6 Millionen. Neue Formen der Piraterie Die Studie stellt auch neue Formen der E-Book-Piraterie vor. Die ursprüngliche Form ist, dass anonyme KonsumentInnen in verschiedenen Foren oder Communitys auf externe Links zugreifen, die E-Books dort herunterladen und sich des dabei begangenen Rechtsbruchs durchaus bewusst sind. Neuere Seiten etwa bieten copyrightgeschützte Werke gratis zum online Lesen, zum Download jedoch kostenpflichtig an. Problematisch ist dabei, dass diese Bücher sehr wahrscheinlich nicht autorisiert sind und dass diese Art des Kopierschutzes leicht umgangen werden kann. Ein weiteres neues Phänomen sind sogenannte Flat-Rate-Shops. Gegen eine monatlich zu entrichtende Gebühr hat das Mitglied Zugriff auf das gesamte Sortiment des Anbieters – im Falle des in der Studie genannten Beispiels auf 200.000 E-Books und 20.00 Hörbücher. Den KundInnen ist dabei nicht bewusst, dass diese selbsternannten Online-Bibliotheken die Werke widerrechtlich anbieten und sie selbst mit deren dem Download ebenfalls Copyrights verletzen. Umsatzverluste der Verlage Um die Schadensausmaße, die die E-Book-Piraterie bereits erreicht hat, aufzuzeigen, haben die Forscher einen Weg entwickelt, wie sie die Umsatzeinbußen von Verlagen schätzen können. Unter der Prämisse, dass 100 illegale Kopien den Kauf eines E-Books verhindern, macht ein Verlag, von dem 1.000 Titel auf einer Piraterie-Website kursieren, die insgesamt rund 500.000 Mal heruntergeladen wurden, dadurch einen Verlust von über 1,3 Millionen US-Dollar. Die vollständige Studie können Sie hier nachlesen. Foto: Tina Gössl/pixelio.de |

Manuel Bonik und Andreas Schaale vom IT-Unternehmen Lisheennageeha Consulting haben
ein Update ihrer Studie zur E-Book-Piraterie in Deutschland veröffentlicht: Anhand
verschiedener Websites und Foren zeigen die Forscher in der Studie Gutenberg
3.2 die Entwicklungen der E-Book-Piraterie der vergangenen anderthalb Jahre
auf.