Hauptverband des Österreichischen Buchhandels

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22.10.2012

Brigitte Hamann erhält Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels

Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) und der Fachverband Buch- und Medienwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) verleihen den diesjährigen Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln andie deutsch-österreichische Historikerin und Sachbuchautorin Brigitte Hamann. Das gab HVB-Präsident Gerald Schantin am 22. Oktober in einer Pressekonferenz zur internationalen Buchmesse und Lesefestwoche BUCH WIEN 12 bekannt.

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird im Rahmen der BUCH WIEN 12 am Donnerstag, dem 22. November, im Wiener Rathaus überreicht.

Die Jurybegründung
„Brigitte Hamann legt mit dem objektiven Blick einer nicht gebürtigen Österreicherin die Identität dieses Landes offen. In ihren wissenschaftlichen Büchern versteht es die Historikerin Hamann, breiten Leserschichten die komplexe Geschichte des einzigartigen Vielvölkergebildes Österreich durch eine ebenso fundierte wie lesbare und prägnante Darstellung nahe zu bringen. In ihren kenntnisreichen Analysen unseres Landes zeigt sie immer wieder auf, wie fehlende Toleranz in den vielen Kultur- und Sprachräumen der k.u.k-Monarchie zur Ausgangsbasis für die Katastrophen des 20. Jahrhunderts wurde. Das macht sie auch zu einer gefragten Kommentatorin zeitgeschichtlicher Entwicklungen, wobei Hamann in dieser Funktion nie verabsäumt, als Mahnerin aufzutreten: In ihren Arbeiten appelliert sie, alles zu tun, um die Entstehung von Notsituationen zu vermeiden, wie sie etwa zum Aufstieg des Nationalsozialismus beigetragen haben. Insbesondere vor dem Hintergrund aktueller krisenhafter Situationen in Europa sind mahnende Stimmen wie jene von Brigitte Hamann unverzichtbar.“

Die Jury
Der Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln wird 2012 bereits zum 23. Mal gemeinsam vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und dem Fachverband Buch- und Medienwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich verliehen.
Die Jury bestand in diesem Jahr vonseiten des Hauptverbands aus Gerald Schantin (Präsident des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels), Benedikt Föger (Vorsitzender des Österreichischen Verlegerverbands) und Erwin Riedesser (Vorsitzender des Österreichischen Buchhändlerverbands), seitens der Wirtschaftskammer aus Michael Kernstock (Obmann des Fachverbands der Buch- und Medienwirtschaft in der WKÖ), Georg Glöckler (Obmann der Fachgruppe Wien der Buch- und Medienwirtschaft in der WKÖ), Friedrich Hinterschweiger (Stv. Obmann des Fachverbands der Buch- und Medienwirtschaft in der WKÖ) und Karl Herzberger (Geschäftsführer des Fachverbands der Buch- und Medienwirtschaft in der WKÖ).

Die bisherigen PreisträgerInnen
Der Preis wurde erstmals 1990 an Milo Dor vergeben, weitere PreisträgerInnen waren Viktor Frankl, Inge Merkel, Kardinal Franz König, Gerhard Roth, Simon Wiesenthal, Hugo Portisch, H. C. Artmann, Christine Nöstlinger, Sir Peter Ustinov, Josef Haslinger, Karl-Markus Gauß, Ilse Aichinger, Konrad Paul Liessmann, Erich Hackl, Barbara Frischmuth, Klaus Wagenbach, Martin Pollack, Paul Lendvai, Erika Pluhar, Armin Thurnher und Alfred Komarek.

Brigitte Hamann, geboren in Essen, promovierte Historikerin, ist durch ihre zahlreichen Bücher zur Geschichte Österreichs (unter anderem Rudolf – Kronprinz und Rebell, Elisabeth – Kaiserin wider Willen) und des Nationalsozialismus auch international bekannt geworden. Ihr zuletzt erschienenes Buch Hitlers Edeljude. Das Leben des Armenarztes Eduard Bloch knüpft an die beiden vieldiskutierten Werke Hitlers Wien und Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth an.

Brigitte Hamann erhielt u. a. den Anton-Wildgans-Preis (1995), den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch (1998), den Ehrenpreis des Presseclubs Concordia (2002) und den Preis der Stadt Wien für Publizistik (2004) sowie 2006 die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Silber.

Zuletzt erschien von der Preisträgerin im Piper Verlag u. a.: Österreich. Ein historisches Porträt (2009), Hitlers Edeljude. Das Leben des Armenarztes Eduard Bloch (2008), Mozart. Sein Leben und seine Zeit (2006), Kronprinz Rudolf. Ein Leben (2005), Die Familie Wagner (2005), Der erste Weltkrieg. Wahrheit und Lüge in Bildern und Texten (2004), Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth (2002) und Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators (1996), Bertha von Suttner. Ein Leben für den Frieden (1986), Elisabeth. Kaiserin wider Willen (1981).

Foto: Peter von Felbert
Hauptverband des Österreichischen Buchhandels
 
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