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24.01.2013

Elke Erb erhält Ernst-Jandl-Preis 2013

Der Ernst-Jandl-Preis für Lyrik des Jahres 2013 geht an die deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin Elke Erb. Die Auszeichnung wird am 15. Juni bei den Ernst-Jandl-Lyriktagen in Neuberg an der Mürz (14. bis 16. Juni) im Rahmen eines Festaktes von Kulturministerin Claudia Schmied überreicht.

Die Jury führt in ihrer Begründung aus: „Elke Erbs einzigartige und höchst wandlungsfähige Lyrik ist ein Schreiben an der Welt entlang, ein offener Prozess, in dem die Formen der Wahrnehmung ebenso überprüft werden wie ihre sprachlichen Mittel. Ihr Werk entsteht in einem Augenblick der Erfahrung, der mit dem Schreiben nicht abgeschlossen ist, sondern durch dieses hindurch immer wirksam bleibt: als höchst unmittelbare Erfahrung für den Leser, als fließender Übergang zwischen Objekt und Subjekt, zwischen Denken und Dichten, zwischen der Lyrik und dem poetologischen Kommentar. Bei Elke Erb ist die Sinnlichkeit der Wörter auch die Sinnlichkeit eines lyrischen Ichs, das sich in der Welt herumtreibt, um sich in sich selbst zu finden.“

Die Preisträgerin
Elke Erb wurde 1938 in Scherbach (Eifel) geboren. Ihre Familie übersiedelte 1949 in die DDR nach Halle an der Saale. Von 1958 bis 1959 war sie Landarbeiterin und studierte anschließend Germanistik, Slawistik, Geschichte und Pädagogik in Halle. 1963 machte sie ihr Lehrerexamen, arbeitete bis 1965 als Lektorin beim Mitteldeutschen Verlag und ab 1966 als freiberufliche Autorin. Seither veröffentlicht sie regelmäßig Kurzprosa, Lyrik und prozessuale Texte. Darüber hinaus machte sie sich einen Namen durch zahlreiche Übersetzungen und Nachdichtungen vor allem russischer Poesie. Unter anderem hat sie Werke von Olga Martinova und Oleg Jurjew aus dem Russischen übersetzt. Die Lyrikerin wurde bereits mit vielen Literaturpreisen geehrt, darunter im vergangenen Jahr der Roswitha-Literaturpreis und der Georg-Trakl-Preis, und wurde im Mai 2012 in die Akademie der Künste in Berlin berufen.

 
Die Auszeichnung
Der Ernst-Jandl-Preis für Lyrik ist mit 15.000 Euro dotiert und wurde zum Gedenken an den am 9. Juni 2000 verstorbenen Autor und Dichter Ernst Jandl initiiert. Der Preis wird seit dem Jahr 2001 im Zwei-Jahres-Rhythmus für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der deutschsprachigen Lyrik vergeben. Die Auswahl der Preisträger trifft eine fünfköpfige Fachjury, der zurzeit Paul Jandl, Alfred Kolleritsch, Friederike Mayröcker, Thomas Poiss und Klaus Reichert angehören. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Felix Philipp Ingold (2003), Michael Donhauser (2005), Paul Wühr (2007), Ferdinand Schmatz (2009) und Peter Waterhouse (2011).

Foto: © Gerald Zörner / gezett.de
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