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16.02.2010Zukunftsmarkt Sachbuch
Der Innsbrucker Haymon Verlag hat das literarische Programm seiner
Taschenbuchreihe um Sachbücher ergänzt. Warum, das erklärt
Haymon-Verleger Markus Hatzer (Foto) im Gespräch.Seit Sommer 2008 gibt es die Haymon-Taschenbuchreihe. Wie hat sich HAYMONtb seither entwickelt? Die Entwicklung von Haymon Taschenbuch in den bisherigen drei Saisonen ist sehr erfreulich: Der Buchhandel hat die neue Reihe gut angenommen, die Rückmeldungen sowohl auf die Programmgestaltung als auch auf die Ausstattung der Bücher sind durchwegs positiv. Was mich besonders freut ist, dass es gelungen ist, auch anspruchsvollen literarischen Titeln wie Christine Lavants Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus durch die Taschenbuchausgabe zu breiter Präsenz im Buchhandel zu verhelfen. Was hat Sie veranlasst, das literarische Programm von HAYMONtb um ein Sachbuchprogramm zu erweitern? Zum einen bin ich überzeugt, dass der Sachbuchmarkt ein Markt mit Zukunft ist, der ein verstärktes Engagement gerade im Taschenbuchbereich lohnt. Zum anderen stellt sich die allgemeine Situation im österreichischen Sachbuchmarkt ähnlich dar wie im literarischen Bereich: Es gibt zahlreiche für den österreichischen Buchmarkt interessante Taschenbuchlizenzen, die nicht genützt werden, hier liegt ein großes Potenzial brach. Der Fokus des Sachbuchprogramms wird auf österreichischen Themen und AutorInnen liegen – damit grenzen Sie Ihren Markt ein, während andere Verlage versuchen, möglichst den ganzen deutschsprachigen Raum abzudecken. Ist das wirtschaftlich sinnvoll? Das Interesse an österreichischen Themen und AutorInnen ist im österreichischen Buchmarkt sehr groß und steht in einem deutlichen Missverhältnis zu den zu diesen Themen und von diesen AutorInnen angebotenen Taschenbuchtiteln. In diesem Zusammenhang sehe ich gerade in der thematischen Fokussierung auf österreichische Themen und AutorInnen einen Pluspunkt, zumal der Haymon Verlag aufgrund seiner Marktpräsenz in Österreich hervorragend in der Lage ist, diese Lücke auszufüllen. Auf welchen Inhalten und AutorInnen liegt der Schwerpunkt bei der neuen Sachbuchreihe? Ein Schwerpunkt im ersten Programm sind historische Sachbücher und Biografien, ein zweiter aktuelle Sachbücher wie etwa Mächtig – Männlich – Mysteriös. Geheimbünde in Österreich (Lizenz: Ecowin Verlag) oder als Originalausgabe ein Sachbuch zu den Problemen des österreichischen Gesundheitssystems von Günther Loewit. Daneben bietet das Sachbuchprogramm aber auch Platz für Unterhaltungstitel wie Die Enkel der Tante Jolesch (Lizenz: Amalthea Verlag). Wie sieht das Verhältnis Lizenz- und Originalausgaben aus? Wollen Sie verstärkt Originalausgaben machen oder werden die Lizenzausgaben auch auf lange Sicht den Großteil der Produktion ausmachen? Wir planen, pro Halbjahr regelmäßig zwei bis drei Originalausgaben, sowohl im literarischen Bereich als auch im Sachbuch, zu publizieren, Lizenzausgaben werden aber weiterhin überwiegen. Wie schätzen Sie die Entwicklung der Warengruppe Sachbuch generell ein? Das Sachbuchsegment wird am Buchmarkt mit Sicherheit noch weiter an Bedeutung gewinnen, das Bedürfnis der LeserInnen nach fundierten, gut aufbereiteten und dauerhaften Inhalten, die in die Tiefe gehen, wird gerade in Zeiten, in denen einen massives Überangebot an oberflächlichen und flüchtigen Informationsangeboten herrscht, steigen – was ja nicht zuletzt die Erfolge österreichischer Sachbuchverlage wie beispielsweise Ecowin eindrucksvoll belegen. Hier besitzt das Medium Buch und insbesondere das Sachbuch einen Mehrwert gegenüber allen anderen Informationsangeboten, der es wertvoll und unersetzbar macht. Interview: Bettina Führer/Foto: Haymon Verlag Das Verlagsprogramm finden Sie hier. |

Der Innsbrucker Haymon Verlag hat das literarische Programm seiner
Taschenbuchreihe um Sachbücher ergänzt. Warum, das erklärt
Haymon-Verleger Markus Hatzer (Foto) im Gespräch.
