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15.07.2010Krimi Literatur Festival .at
Unter dem Titel "Mörderischer Attersee" ging im Juli 2007 das erste Krimiliteraturfestival in Österreich über die Bühne. Nun spricht die Autorin und Festivalinitiatorin Beate Maxian über ihre Erweiterungspläne. Ein Interview mit Silke Rabus.Sie haben vor drei Jahren das erste österreichische Krimifestival „Mörderischer Attersee“ gegründet. Was war die Intention, welche Rolle spielt es für das Krimiland Österreich und in welcher Weise soll es nun im Herbst regional erweitert werden? Ich war bei Krimifestivals in Deutschland und der Schweiz mit Lesungen vertreten und habe mich gewundert, warum es Derartiges nicht in Österreich gibt. Auf diesen Lesereisen bzw. der Criminale habe ich etliche Kollegen und Kolleginnen persönlich kennengelernt, natürlich auch durch meine Tätigkeit im „Syndikat“ (Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur) und mit diesen darüber gesprochen. Nachdem ich den Bedarf eines Krimifestivals in Österreich zu erkennen glaubte, habe ich die Sache einfach in die Hand genommen und 2007 das Krimifestival „Mörderischer Attersee“ initiiert. Ich war selbst überrascht, wie stark es gleichermaßen von AutorInnen wie dem Krimipublikum angenommen wurde. In der Folge ist es mit zunehmendem Bekanntheitsgrad von Jahr zu Jahr kontinuierlich gewachsen. Bereits letztes Jahr hat man es als gesamtösterreichisches Festival bewertet, in einem Atemzug mit den arrivierten Festivals der Kriminalliteratur in Deutschland und der Schweiz genannt. Sicherlich, weil wir hier gute Arbeit geleistet haben. Möglicherweise aber auch, weil mehr als 75 Prozent aller Besucher extra zu den Lesungen aus Deutschland, der Schweiz, Südtirol und dem gesamten Österreich anreisen. Die Karten gibt es daher jetzt auch Österreichweit bei Ö-Ticket zu kaufen. Das Interesse an diesem Festival wächst ständig. Deutschsprachige Autorinnen und Autoren wollen verstärkt dabei sein und mittlerweile kommen auch immer mehr Verlage mit Vorschlägen direkt auf mich zu. Deshalb gibt es 2010 die Erweiterung: Das Festival wird in Wien eröffnet, erstmals gibt es die Krimitage Fuschlsee und mehr Lesungen beim Krimiherbst. Es ist geplant, 2011 zusätzliche österreichische Standorte ins Festival einzubinden. Deshalb der Beschluss, sämtliche Veranstaltungen unter den Überbegriff „Krimi Literatur Festival .at“ zu stellen. Im Rahmen der Eröffnung des Festivals am 28. September wird erstmals auch der - vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und dem Kulturreferat der Stadt Wien (MA 7) gestiftete – „Leo-Perutz-Preis der Stadt Wien für Kriminalliteratur“ vergeben. An wen richtet sich der Preis und welche Auswirkungen wird er auf die österreichische Krimiszene haben? Der Preis ist eine Würdigung anspruchvoller Kriminalliteratur, eine Auszeichnung jener Werke, die Wien in den Mittelpunkt des Geschehens stellen. Mit dem Preis wird also nicht die Autorin oder der Autor, sondern der jeweilige Kriminalroman ausgezeichnet. Ich denke, dieser Preis ist ein wichtiger und wertvoller Schritt und vielleicht auch ein Ansporn, irgendwann einmal einen österreichischen Krimipreis ins Leben zu rufen. Wie schätzen Sie generell die österreichische Krimiszene ein? Welche Trends können Sie beobachten? Welche Themen, welche Autoren sind besonders stark? Generell greifen Leser seit Jahren verstärkt zum deutschsprachigen Kriminalroman. Der österreichische Krimi hat es ebenfalls verdient geschafft, sich hierzulande besser zu positionieren. Das ist in gewisser Weise der kontinuierlichen Aufbauarbeit mancher Verlage zu verdanken und dem persönlichen Engagement vieler Autoren. Schön ist die bunte Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Kriminalliteratur in Österreich. Leser können auch hierzulande wählen zwischen kulinarischen, psychologischen, sozial- und gesellschaftskritischen, hard-boiled oder humorvollen Kriminalromanen bis hin zu Regionalkrimis. Jeder Leser findet sozusagen seine(n) Autor(in). Ich persönlich würde das aber nicht unbedingt als eindeutigen Trend bezeichnen. Trend ist vielmehr, dass Kriminalromane immer beliebter werden und das in allen Gesellschaftsschichten. Das spricht doch für dieses Genre! Auch zeigt sich im gesamten deutschsprachigen Raum verstärktes Interesse an österreichischen Krimis. Ich denke da an so manche Kollegen, deren Bücher in Deutschland veröffentlicht werden, denke auch an meinen kommenden Wien-Thriller, der im März 2011 bei Goldmann erscheint. Und natürlich freut es mich, dass es der Kriminalroman geschafft hat, als Literatur anerkannt zu werden und nicht mehr als gering geschätzte Trivialliteratur gilt. Was macht Ihrer Meinung nach den besonderen Reiz gegenwärtiger österreichischer Krimiliteratur aus? Hierzulande sind es meiner Meinung nach die Austriazismen, die österreichische Sprache und die Mentalität der Ermittler. Inhalte, die durchaus auch von unseren Nachbarn geliebt und geschätzt werden. Früher waren es Hans Moser und Peter Alexander, auch eine Reihe österreichischer Kabarettisten, von einst Bronner/Qualtinger bis jetzt zu Michael Niavarani. Und heute ist es eben auch die österreichische Kriminalliteratur, die im gesamten deutschsprachigen Raum verstärkt gut ankommt. Was natürlich enorm zur Wertsteigerung der Szene beiträgt. Weitere Informationen zum Krimi Literatur Festival .at finden Sie hier. Alle Informationen zum Leo-Perutz-Preis finden Sie hier. Anzeiger: Krimi-Schwerpunkt Die Juli-Ausgabe des Branchenmagazins Anzeiger, die am 15. Juli erscheint, widmet speziell dem österreichischen Krimi einen Schwerpunkt und stellt den neuen Krimi-Preis des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels und der Stadt Wien ausführlich vor. Ein Anzeiger-Abonnement können Sie hier bestellen. Foto: P. Gualtari |

Unter dem Titel "Mörderischer Attersee" ging im Juli 2007 das erste Krimiliteraturfestival in Österreich über die Bühne. Nun spricht die Autorin und Festivalinitiatorin Beate Maxian über ihre Erweiterungspläne. Ein Interview mit Silke Rabus.
