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28.07.2010

Helmut Scheffel verstorben

Wie erst jetzt bekannt wurde, verstarb der deutsche Übersetzer und Publizist Helmut Scheffel am 17. Juli im Alter von 85 Jahren nach langer Krankheit in Frankfurt.

Helmut Scheffel wurde Ende der fünfziger Jahre durch die ersten Übersetzungen von Michel Butor unter anderem durch Paris-Rom oder Die Modifikation bekannt. Es folgten zahlreiche weitere Übersetzungen von zeitgenössischen französischen AutorInnen wie Michel Butor, Roland Barthes, Claude Ollier, Robert Pinget, Claude Simon und Nathalie Sarraute, aber auch klassische Autoren wie Marcel Proust und Gustave Flaubert zählten zu seinem Werk.

Neben seiner Übersetzertätigkeit war Scheffel ab 1966 Feuilleton-Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wo er 1974 das Ressort Neue Sachbücher gründete, das er bis zu seinem Ausscheiden 1989 leitete.

Darüber hinaus setzte sich Helmut Scheffel auch für die Belange von ÜbersetzerInnen ein und war von 1969 bis 1981 zweiter Vorsitzender des Verbands deutschsprachiger Übersetzer.

Der Übersetzer und Publizist wurde für sein Engagement gemeinsam mit seiner Frau Gerda Scheffel, ebenfalls Übersetzerin und zeitweise auch Arbeitskollegin, 1979 mit dem Johann-Heinrich-Voss-Preis für Übersetzung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet. Des Weiteren würdigte die Französische Republik sein Wirken für die französische Literatur 1980 mit der Auszeichnung als Chevalier dans l’Ordre des palmes académiques und 1993 wurde ihm und Michel Butor der Nossack-Akademiepreis für Dichter und ihre Übersetzer der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur verliehen.

Foto: privat
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