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29.07.2010

Webportal für österreichische Literaturzeitschriften

„Mit dem elektronischen Nachweis von weit über 300 Periodika ist ein im deutschsprachigen Raum einzigartiges, leicht bedienbares Online-Verzeichnis für österreichische Literaturzeitschriften aus den Jahren 1945 bis 1990 entstanden, und damit ein zentraler Beitrag für die Grundlagenforschung zur österreichischen Literaturgeschichte nach 1945 geleistet worden“, so die Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek Johanna Rachinger über das Webportal.

Gegen eine einseitige Literaturgeschichte
Da beinahe alle bedeutende – aber auch heute in Vergessenheit geratene – SchriftstellerInnen ihre ersten Texte nicht in Buchform, sondern in Zeitschriften veröffentlichten, lassen sich in diesen Medien die frühen Entwicklungen von AutorInnen und das plötzliche Auftauchen und Verschwinden einzelner LiteratInnen besonders gut nachverfolgen. Auch die sich wandelnden ästhetischen und historischen Leitbilder werden hier sichtbar.
Das Literaturarchiv der ÖNB will mithilfe des Projekts einer Literaturgeschichte, die sich nur an wenigen, berühmten AutorInnen orientiert und somit die Vielfalt des literarischen Geschehens nicht nachzeichnen kann, entgegenwirken.

So etwa bietet das Online-Verzeichnis neue Erkenntnisse zu den heute kaum mehr bekannten, in Eigenproduktion entstandenen publikationen einer wiener gruppe junger autoren (1951 bis 1957) rund um die späteren österreichischen Staatspreisträger H. C. Artmann und Andreas Okopenko. Gleichzeitig wird die literatursoziologische und literarästhetische Verzahnung von Periodika wie Hundsblume (1970 bis 1971), Wespennest (seit 1969) und Frischfleisch (1971 bis 1975) verdeutlicht, an deren Anfängen unter anderem Gustav Ernst, Peter Henisch, Robert Schindel und Helmut Zenker beteiligt waren.

Bedienung des Online-Archivs
BenutzerInnen können sich auf der Webseite mittels einfacher Schnellsuche oder durch strukturierte Sortierlisten, die nach Zeitschriften unter alphabetischen, regionalen und zeitlichen Gesichtspunkten gegliedert sind, bewegen. Die AnwenderInnen werden anschließend zur Homepage der ausgewählten Zeitschrift geführt, auf der zahlreiche Informationen wie HerausgeberInnen, AutorInnen, KünstlerInnen, Originalzitate zur Programmatik sowie optisch ansprechende Gestaltungsbeispiele verfügbar sind.

Das Webportal des Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek finden Sie hier.
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