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Colfer, Eoin


Und übrigens noch was ...

Der irische Bestsellerautor Eoin Colfer machte mit der Artemis-Foul-Serie Furore, nun schrieb er die Fortsetzung von Douglas Adams Per Anhalter durch die Galaxis.

Interview: Silke Rabus, Foto: Philip Lauterbach potography/plpix.com/www.hitchhikersegg.com
Anzeiger 09/2009

Mit seiner fünfbändigen Buchserie Per Anhalter durch die Galaxis hat der Kultautor Douglas Adams Science-Fiction-Geschichte geschrieben. Nun haben Sie mit Und übrigens noch was ... den “6. Teil der Trilogie“ verfasst. Wie kam es dazu?
Vor 30 Jahren ist der erste Band der Serie erschienen und Douglas Adams Agent hatte mich gefragt, ob ich zu diesem Anlass nicht einen sechsten Band schreiben möchte. Das war ein Angebot, dem ich nicht widerstehen konnte – obwohl ich natürlich wusste, dass es mich gleichzeitig vor eine große Herausforderung stellen würde.

Per Anhalter durch die Galaxis hat sich bisher weltweit mehr als 20 Millionen Mal verkauft, 2005 kam die Verfilmung in die Kinos. Fürchten Sie die Kritik der Fangemeinde und der Medien? Der Erwartungsdruck ist ja immens ...
Ich hoffe sehr, dass mein Buch zumindest der Mehrheit der Fans gefallen wird. Aber selbstverständlich bin ich mir darüber im Klaren, dass es auch kritische Stimmen geben wird. Es ist einfach nicht möglich, es jedem recht zu machen. Und ja, natürlich bin ich unruhig, wie die Fans reagieren werden - auch wenn ich mir immer wieder sage, dass es nicht gut ist, sich zu viele Sorgen zu machen.

Per Anhalter durch die Galaxis löst in der Regel entweder Begeisterung oder verwirrtes Kopfschütteln aus. Was fasziniert Sie an dem Werk, was hat Sie immer schon gestört?
Am meisten liebe ich den Humor, aber auch die verrückten Charaktere und die faszinierenden philosophischen Ideen, und natürlich die satirische Ebene. Aber selbst wenn mich persönlich nichts an den „Hitchhiker“-Romanen stört, verstehe ich, dass andere Leser möglicherweise etwas verwirrt oder genervt sind, etwa wenn sie Science-Fiction-Bücher oder diesen abgefahrenen Humor nicht mögen.

Was hat Sie daran gereizt, den Kultroman fortzusetzen und welche Freiheiten hatten Sie dabei? Der Respekt vor dem Original schränkt einen vermutlich beim Schreiben ein ...
Ich hatte völlige künstlerische Freiheit. Es gab überhaupt keine Vorgaben oder irgendjemanden, der mich eingeschränkt hätte. Ich habe mit Douglas Adams Figuren gemacht, was ich wollte. Aber weil ich sein Werk von Haus aus achte, glaube ich nicht, dass ich mich allzu weit vom „Geist“ des Originals entfernt habe.

Douglas Adams starb 2001 im Alter von 49 Jahren, damals arbeitete er bereits am Teil 6 von Per Anhalter durch die Galaxis. Sind Teile davon in den aktuellen Roman eingeflossen?
Nein. Ich wollte mein eigenes Buch schreiben. Wenn ich Douglas’ Entwürfe benutzt hätte, hätte ich den Eindruck gehabt, dass alles Gute ihm zugeschrieben und alles Misslungene mir vorgeworfen worden wäre.

Wie schwierig war es denn, sich an Douglas Adams Stil anzupassen – oder zumindest nicht allzu sehr davon abzuweichen?
Ich glaube, dass die Wahl auf mich fiel, weil Douglas Adams und ich einen ähnlichen Humor haben – ich habe keinen Versuch gemacht, irgendetwas an meinem Stil zu ändern. Was herausgekommen ist, ist herausgekommen.

Als zu unversöhnlich wurde das Ende des fünften Bandes kritisiert, nun sind Arthur Dent, Ford Perfect und Trillian wieder durch die Galaxie unterwegs. War Ihnen der positive Ausgang ein persönliches Anliegen?
Ich wollte mich auf die früheren Bücher beziehen - es war mir sehr wichtig, dass die „Anhalter“ wieder in ein Raumschiff kommen, wo sie auch hingehören.

Bislang haben Sie Kinder- und Jugendbücher geschrieben, bekannt geworden sind Sie vor allem mit den Büchern zur Artemis-Foul-Serie. Ist es anders, für Erwachsene zu schreiben?
Ich kann keinen großen Unterschied erkennen. Vielleicht ist das der Grund, dass so viele Erwachsene meine Bücher lesen?

Das Ende von Und übrigens noch was ... lässt vermuten, dass noch weitere Fortsetzungen geplant oder zumindest möglich sind. Ist das richtig?
Ich selbst möchte keine weitere Fortsetzung schreiben, aber mir würde es gefallen, wenn ein anderer die Per-Anhalter-durch-die-Galaxis-Fackel übernimmt. Es gibt eine unendliche Zahl an Universen und eine grenzenlose Zahl von Hitchhiker-Abenteuern, die darauf warten geschrieben zu werden. Ich selbst muss aber zu meinen eigenen Figuren zurückkehren.

Ihre weiteren Pläne?
Derzeit arbeite ich am nächsten Band von Artemis Fowl mit dem Titel Artemis Fowl and the Atlantis Complex. Es ist ein Versuch, zu meinen eigene Charakteren zurückzukommen.

Informationen
Die deutsche Ausgabe Und übrigens noch was ... erscheint am 22. Oktober im Heyne Verlag, die englische Originalausgabe And Another Thing wird am 12. Oktober präsentiert (Michael Joseph, Imprint Penguin Books).

Bestsellerautor Eoin Colfer und der deutsche Schauspieler Peter Lohmeyer präsentieren Und übrigens noch was ... im Rahmen der BUCH WIEN Lesefestwoche gemeinsam in Englisch und Deutsch: am 13. November um 19.00 Uhr im Top Kino (Rahlgasse 1, 1060 Wien).

Eoin Colfer ist der international gefeierte Bestsellerautor der "Artemis Fowl"-Serie. Seine Bücher erscheinen in 44 Ländern und wurden bislang weltweit über 18 Millionen Mal verkauft. 2004 erhielt er den "Deutschen Bücherpreis". Im Oktober erscheint der 6. Band von Douglas Adams Per Anhalter durch die Galaxis (Heyne). Colfer lebt mit seiner Familie in Wexford, einer Küstenstadt im Südosten Irlands.



 

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